„Die spinnen,“ würde Obelix sagen, „die spinnen, diese Run for Fun‘ler!“ Könnte man ja auch drauf kommen, wenn man hört, was da beim „STRONGMAN-RUN“ am 26. Mai 2018 auf dem Nürburgring auf die Sportler des TV Rennerod wartete: Schlamm und kaltes Wasser, Kletterhindernisse und Stromschläge.

Nicht zu vergessen pro Runde 12 km und locker 200 Höhenmeter Laufstrecke. Anderseits weiß der arme Obelix nicht, wie das ist, wenn man mit 13.000 anderen Verrückten in der Boxengasse am Nürburgring steht, die Lautsprecher dröhnen und die Welle durch die Masse läuft. Wie das ist, wenn man bis zu den Knien im Wasser vor dem Schlammberg steht und die Teamkameradin die Hand ausstreckt, um dich hochzuziehen. Kennt nicht die Emotionen, die einen durchlaufen, wenn man, im blauen aber lehmverschmierten T-Shirt oben auf dem Schlammberg steht, auf den man den ersten des Teams gemeinsam hochgeschoben hat, damit er, auf dem Bauch liegend, die anderen nachzieht. Stolz, Freude, Teamgeist sind viel zu schwache Worte für dafür!

Klar ist es auch läuferisch eine Herausforderung. Nicht umsonst nennt man den Wettkampfort „die grüne Hölle“! Als erfahrener Läufer ahnt man das Verhängnis bereits, wenn es unter Kriechhindernisse mit Wasser, Strom oder auf Balken aufgefädelten Gummireifen hindurch immer weiter hinab ins Tal geht. Da wir als Team zusammenbleiben, macht man sich gegenseitig auf die wunderschönen Ausblicke aufmerksam, die die Nordeifel hier zu bieten hat. Aber jeden Berg, den man herunter läuft, muss man irgendwann wieder hoch. Als oberwesterwälder Läufergruppe sind auch steile Berge keine wirklich neue Erfahrung für uns. Aber: so steil, so lang und dann noch Strohballen und Reifensperren überklettern! Bald brennen die Oberschenkel, der Atem geht schwer und das Blut rauscht in den Ohren. Oben wird sich gesammelt, Zucker oder Energieriegel werden nachgeworfen und weiter geht’s mit der Hoffnung, dass das Schlimmste nun nach acht Kilometern doch geschafft sein müsste. Naja, einige Hindernisse kommen noch, es wird wieder geklettert und gerutscht, geschwommen und gesprungen. Leider muss man an den ganz hohen Hindernissen (Was macht denn die Höhenrettungstruppe der Feuerwehr da?) wie im Supermarkt anstehen. In der brennenden Sonne wird das echt zur Tortur! Dann aber kommt der Schaumtunnel (Schaum mit Pfefferminzgeruch bis hoch an die Ohren!). Hinein geht’s ins Motodrom! Das letzte Hindernis mit der riesigen Rutsche ist schon zu sehen. Diese hundert Meter Reifenwirrwar zu überwinden, verlangt jetzt den Füßen und Knien das Letzte ab. Ein weiteres Mal sammeln wir uns auf der vorletzten Stufe vor der drei Container hohen Rutsche, ziehen uns gegenseitig bis ganz nachoben. Bei jedem ist das Grinsen ins schmutzverschmierte Gesicht gemeißelt, gleich sind wir durch. Wie in einem Spiegel zeigen die Gesichter der anderen das eigene Hochgefühl. Wir packen uns bei den Händen und jubelnd rutschen wir in die inzwischen lehmbraune Brühe. Egal, Mund zu machen, wenn wir unten ankommen! Dann kommt es: nach 2,5 h und 12km - das Ziel! Zuschauer jubeln, Musik dröhnt und Hand in Hand schließen wir ein großes, gemeinsames Erlebnis ab.

Ja, wir sind schmutzig, ja, die Knie sind aufgeschürft, ja, da ist ein Loch im Schuh. Ja, der Ganzkörpermuskeltkater in den nächsten Tagen ist gewiss.

Kann schon sein, das wir verrückt sind, aber dieses gemeinsame Erlebnis, dieses Glücksgefühl möchte ich mit meinen Läuferinnen und Läufern vom Team Run for Fun im nächsten Jahr auf jede Fall wieder spüren. Es geht nicht um den Sieg, es geht nicht um die Zeit, es geht – um uns.